Juhu! Ich habe mal wieder einen Back-Auftrag bekommen. Diesmal soll es ein Geburtstagskuchen werden mit Glückwünschen und einer Überraschung. Nein, es wird kein Piñata-Kuchen. Das Geburtstagskind wird mit einem Besuch im Hamburg Dungeon überrascht. Ich habe lange überlegt. Und habe mich letztlich für diese Variante entschieden.

Der Geburtstagskuchen mit einer Girlande und dem Hamburg Dungeon Schriftzug

Ihr wollt wissen, wie ich auf diese Idee gekommen bin? Dann lest noch ein wenig weiter!

Die Problematik des Kuchens

Wenn das Geburtstagskind Marmorkuchen liebt, dann soll sie den auch bekommen. Ich habe mich aber für eine kleine Version des Klassikers entschieden. Denn es werden nur wenige Naschkatzen anwesend sein. Leider hatte ich dadurch weniger Spielraum, um Glückwünsche und den Hamburg Dungeon Schriftzug unterzubringen. Eine Möglichkeit wäre, den markanten Schriftzug für die Glückwünsche zu verwenden. Das wäre aber etwas makaber gewesen. Ein Geburtstag ist schließlich etwas Erfreuliches und sollte nicht mit bluttriefender Schrift in Verbindung gebracht werden. Also habe ich mich für ein zweiteiliges Design entschieden. Der obere Teil vom Geburtstagskuchen ist Geburtstag und der untere Teil deutet auf Hamburg Dungeon hin.

Nun war Brainstorming angesagt. Das Hamburg Dungeon ist in der Speicherstadt. Das ist schon mal ein gutes Motiv und lässt sich gut mit Waffeln realisieren. Deren Muster sieht ja schon ungefähr wie Klinker aus. Also habe ich sie mit rot eingefärbter Vollmilchschokolade überzogen. Jedoch hat es nicht den gewünschten Effekt erzielt, weswegen ich die Waffeln im Nachhinein noch mit roter Lebensmittelfarbe bemalt habe. An der essbaren Mini-Speicherstadt habe ich dann noch ein Banner mit Hamburg Dungeon Schriftzug angebracht.

Für die Glückwünsche habe ich eine Girlande mit Wimpeln gebastelt auf denen die Worte „Herzlichen Glückwunsch“ stehen. Die Inspiration und Anleitung dazu habe ich von den Küchenmiezen.

Schritt-für-Schritt Anleitung für den Geburtstagskuchen

Der noch rohe Marmorkuchen mit einer Hülle aus nassem Küchenpapier und Alufolie Als erstes wird der Marmorkuchen zubereitet und in eine kleine 16 cm Springform gefüllt. Damit der Kuchen gleichmäßig aufbackt, kann man die Isoliermethode anwenden. Dafür sollte der Rand der Form zuvor von Innen mit Backpapier ausgelegt sein. Es ist kein Problem, wenn das Backpapier etwas höher als die Backform ist. Es geht zwar auch ohne Backpapier, aber mit ist das Ergebnis deutlich besser. Für den äußeren Rand sollte man klitschnasses Küchenpapier in Alufolie wickeln und dies dann um den Rand der Springform legen. Mit einer Büroklammer (ohne Gummi-Beschichtung) können die Enden miteinander befestigt werden. Bei der Isoliermethode sollte die Temperatur des Backofens 30°C niedriger sein, als die angegebene Temperatur. Und die Backzeit verlängert sich somit um die Hälfte der regulären Backzeit (Bsp.: 160°C = 130°C; 60min = 90min).

Marmorkuchen mit AprikoturWenn der Kuchen erkaltet ist, kann man ihn, sofern notwendig, begradigen und auf den Kopf gedreht hinstellen. Dann kann die Aprikosenmarmelade erhitzt werden. Am besten eignet sich hierfür ein Gelee, da sind nämlich keine Stückchen drin. Solltet ihr dennoch zu einer einfachen Marmelade greifen, könnt ihr mit dem Pürierstab nachhelfen.  Die warme, von jeglichen Stückchen befreite Marmelade kann dann auf dem Kuchen verteilt werden.  Selbstverständlich könnt ihr das Aprikotieren überspringen, nur dann lauft ihr Gefahr, dass die Schokoladenglasur einsickert und nicht allzu glatt wird.

Marmorkuchen mit SchokoladenglasurKommen wir nun zur Schokoladenglasur. Hierfür werden 2/3 der Kuvertüre in einem Wasserbad geschmolzen. Der Rest wird zerhackt und in die geschmolzene Schokolade gerührt. Die Kuvertüre darf aber nicht auf über 33°C erhitzt werden. Das ist mir leider passiert. Sie verliert dadurch ihren Glanz und bekommt weiße Flecken. Damit die Kuvertüre bestmöglichst auf dem Kuchen verteilt werden kann, sollte der Kuchen erhöht in einem Backblech stehen. Der zum Erhöhen verwendete Gegenstand sollte schmaler als der Kuchen sein, damit die Schokolade heruntertropfen kann. Gießt die Kuvertüre auf den Kuchen und verteilt sie mit einer Winkelpalette, sodass auch der Rand gleichmäßig bedeckt ist.

Die mit Schokolade glasierten Vanille-Waffeln für die Speicherstadt-ImitationDie Waffeln können bereits einen Abend zuvor angefertigt werden. Ich habe mit Vanille-Creme gefüllte Waffeln genommen und sie senkrecht in der Mitte geteilt. Die eine Hälfte wird zu Türmen mit spitzen Dächern zurechtgeschnitten. Die andere Hälfte bleibt rechteckig, wird aber noch gekürzt. Die Ränder und die Vorderseite werden mit geschmolzener Vollmilchschokolade bestrichen. Ich habe rote Lebensmittelfarbe mit Wasser gemischt und habe damit die Waffeln bemalt. Für mehr Details kann man aus weißem oder knallgelbem Fondant kleine rechteckige Fenster für die spitzen Türme formen.

Marmorkuchen mit Schokoladenglasur und den Speicherstadt-WaffelnWenn die Schokoladenglasur leicht angetrocknet ist, kann man die vorbereiteten Waffeln anbringen. Immer im Wechsel: erst ein Türmchen, dann ein Rechteck. Solange die Schokoladenglasur trocknet, kann man ein Gummiband verwenden, damit die Waffeln ihre Position beibehalten.

 

 

Der Hamburg Dungeon Schriftzug auf weißem Fondant. Für das Banner oder Schild rollt ihr einen Streifen weißen Fondants aus. Fertigt euch eine Schablone mit dem Schriftzug an und malt „Willkommen im Hamburg Dungeon“ mit roter Lebensmittelfarbe darauf. Am besten legt ihr die Schablone auf den Fondant und rollt das Nudelholz darüber. So prägt sich der Schriftzug in den Fondant und ihr könnt die Konturen ausmalen. Bringt das Banner an den Waffeln an. Falls es nicht von allein klebt, benutzt gekürzte Zahnstocher.

Wimpel in altrosa mit der Aufschrift "Herzlichen Glückwunsch"Als letztes kommt die Girlande. Einen Link mit einer Anleitung und Vorlagen findet ihr weiter oben. Die fertige Girlande könnt ihr auf dem Kuchen platzieren. Achtet darauf, dass die Girlande den gleichen Winkel wie das Banner hat.

 

 

 

Dieser Geburtstagskuchen kann sich sehen lassen.

Der fertige Geburtstagskuchen. Diesmal von etwas weiter weg fotografiert

In diesem Sinne,

Lasst es euch schmecken.